20.000 € für junge Wissenschaftler

21.10.2011 - H. Wilhelm Schaumann-Stiftung verleiht in diesem Jahr zwei Förderpreise

Prof. Dr. Cord Drögemüller (Universität Bern) und Prof. Dr. Qendrim Zebeli (Universität Wien) wurden mit den Förderpreisen der H. Wilhelm Schaumann Stiftung ausgezeichnet. Die Stiftung prämiert im zweijährigen Turnus junge Wissenschaftler. Dank herausragender Forschungsergebnisse in den Nutztierwissenschaften wurden in diesem Jahr sogar zwei, mit jeweils 10.000 € dotierte, Förderpreise verliehen.

 

Die Preisverleihung fand anlässlich der Jahrestagung der Gesellschaft für Tierzuchtwissenschaften (GfT) und der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde (DGfZ) im September in Freising-Weihenstephan statt. Mit den Förderpreisen würdigte die Jury die Auseinandersetzung mit den zukünftigen Anforderungen der Nutztierwissenschaften. Diesen stellte sich auch die Tagung mit dem Kernthema „Globalisierung und Klimawandel – Herausforderungen für die Nutztierwissenschaften“. Klimaschutz und Versorgungssicherheit gehören nach Aussagen von Prof. Dr. Manfred Schwerin (Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere Dummerstorf) zu den zentralen Aufgaben des 21. Jahrhunderts. Fazit der Tagung war die Einforderung einer Doppelstrategie: Einerseits die Anpassung an den Klimawandel und andererseits die Verminderung von Emissionen.

 

Aufklärung der molekularen Ursachen von Erbdefekten

 

Arbeitsschwerpunkt von Prof. Dr. Cord Drögemüller ist die molekulargenetische Ursachenforschung von Erbkrankheiten und anderen erblichen Merkmalen bei Haus- und Nutztieren. Durch die Aufklärung der molekularen Ursachen von Erbdefekten – wie z.B. der Microphthalmia beim Texelschaf, der kongenitalen Pseudomyotonia beim Chianina-Rind, der Neuropathien beim Tiroler Grauvieh oder der Arachnomelia beim Rind – und durch die Entwicklung geeigneter gendiagnostischer Verfahren leistete der Preisträger einen international bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Tiergesundheit bei verschiedenen Haus- und Nutztierarten.

  

Die Arbeiten von Prof. Drögemüller zeichnen sich durch weltweite interdisziplinäre Kooperationen mit anderen Wissenschaftsbereichen und Tierzuchtverbänden für verschiedene Tierarten und -rassen aus. Prof. Drögemüller ist es gelungen, modernste genomanalytische Verfahren mit den Anforderungen der tierzüchterischen Praxis zu verbinden. Dadurch konnte der Veterinärmediziner innovative methodische Ansätze zur Verbesserung der Erbfehlerdiagnostik bei verschiedenen Tierarten entwickeln.

  

Mit der Dissertationsschrift über Fruchtbarkeitsgene (Östrogenrezeptor-Gen) beim Schwein hat Cord Drögemüller 1997 an der Tierärztlichen Hochschule Hannover promoviert.
In seiner Habilitationschrift (2004) befasst sich Herr Drögemüller mit der wissenschaftlichen Aufklärung von Erbkrankheiten der Nutztiere. Die Ergebnisse wurden in wissenschaftlich hochrangigen Zeitschriften publiziert.
Im gleichen Jahr wurde Herr Drögemüller zum Juniorprofessor für Molekulare Pathogenetik an die Tierärztliche Hochschule Hannover berufen. Seit 2009 ist Cord Drögemüller Assistenzprofessor für Tiergenetik an der Universität Bern.

  

Neue Impulse für die Pansenphysiologie

 

Das Forschungsgebiet von Prof. Dr. Qendrim Zebeli – die Wiederkäuerernährung – hat im Hinblick auf die Ernährung und Gesundheit von Milchkühen höchste Aktualität und Relevanz für die landwirtschaftliche Praxis. In Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern kombiniert Prof. Zebeli zukunftsweisende Methoden aus den Disziplinen der Tierernährung, der Immunologie und der Biotechnologie und gibt dadurch der Forschung im Bereich der Pansenphysiologie neue Impulse. Mit seinen wissenschaftlichen Ergebnissen zeigt Prof. Zebeli neue Wege für eine Verbesserung der Bewertung der Strukturwirkung von Futterrationen für Milchkühe auf und liefert damit wichtige Erkenntnisse für die Probleme der Tiergesundheit in der modernen Milchkuhhaltung.

  

Nach seinem Studium der Veterinärmedizin an der Universität von Tirana und dem Master am International Center for Advanced Agronomic Mediterranean Studies in Zaragoza hat Qendrim Zebeli 2005 an der Fakultät für Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim promoviert. Als wissenschaftlicher Assistent im Hohenheimer Institut für Tierernährung sowie mit Forschungsaufenthalten an der Universität Wageningen (Niederlande) und der Universität von Alberta (Kanada) erweiterte Qendrim Zebeli sein wissenschaftliches Profil. 2011 habilitierte Qendrim Zebeli sich an der Universität Hohenheim mit seiner Arbeit zum Thema „Feeding strategies to prevent disturbances in rumen ecosystem, metabolism, and innate immunity in high-producing dairy cows“. Seit 2010 ist Qendrim Zebeli Universitätsprofessor für Tierernährung an der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

 

H. Wilhelm Schaumann Stiftung – Kollaustraße 105 – 22453 Hamburg
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Bilder der Preisträger zum Download

Prof. Dr. Cord Drögemüller
Prof. Dr. Qendrim Zebeli

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