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Kurzauszug des Vortrages "Klimabilanz− Praktische Umsetzung auf Gut Hülsenberg"

03.03.2021 

Referent: Götz Resenhoeft, Geschäftsführer Gut Hülsenberg
Telefon 04554/9993-201, Mail: Goetz.Resenhoeft@guthuelsenberg.de

Aus der Praxis – Für die Praxis

Gut Hülsenberg in Wahlstedt in Schleswig-Holstein ist seit Jahrzehnten der Ort, an dem aus der Praxis für die Praxis Produkte und Konzepte für die Tierernährung entwickelt werden. Die Milchviehherde mit rund 200 Milchkühen wird seit 2019 mit vier automatischen Melksystemen gemolken. Die Leistung betrug 2020 13.100 kg. Bereits im Jahr 2012 wurden auf Gut Hülsenberg erstmals in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen Treibhausgasbilanzen der Milcherzeugung erstellt. Was sich seitdem in der Klimabilanz getan hat, zeigen die neuesten Auswertungen, die Gut Hülsenberg 2020 erneut in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erstellt hat. Die Treibhausgasemissionen pro kg ECM konnten seit 2012 nochmal um 5 % gesenkt werden. 

Erzeugung und Verwertung des Futters spielen eine Schlüsselrolle

Als Hauptverursacher der Treibhausgasemissionen in der Milcherzeugung sowie der Biogasproduktion wurde der Pflanzenanbau zur Erzeugung von Grundfutter identifiziert. Die wichtigsten Stellschrauben dieser Emissionen aus der Futtererzeugung sind eine angepasste Stickstoffdüngung sowie eine bodenfördernde Bewirtschaftung der Flächen. Im Allgemeinen erzeugt Grundfutter weniger CO2-Äquivalente als Kraftfutter. Hohe Grundfuttererträge, geringe Feld- und Silierverluste sowie optimale Silagequalität sind somit wichtige Erfolgsfaktoren der Futtereffizienz und damit der Klimabilanz auf Gut Hülsenberg. Zudem wird auf den Einsatz von Sojaschrot gänzlich verzichtet.

Hohe Lebenstagsleistung als Erfolgsfaktor

Langlebige, gesunde Kühe mit hoher Leistung führen auf Gut Hülsenberg zu einer Lebenstagsleistung von 21,7 kg ECM. Das entspricht einer Verbesserung um 27 % im Vergleich zu 2012. Die Klimabilanz-Berechnung berücksichtigt die Lebenstagsleistung der Kühe nicht direkt. Eine hohe Lebenstagsleistung führt jedoch dazu, dass weniger Nachzucht für die Remontierung benötigt wird. Das reduziert die Emissionen des Betriebs, da Jungtiere während der Aufzucht Treibhausgase erzeugen ohne im Gegenzug Milch zu produzieren.

Weitere Potentiale aufdecken

Ständige Optimierung der Prozesse und Abläufe, so wie eine weitere Steigerung der Vitalität und der Langlebigkeit und damit der Lebenstagsleistung der Kühe stehen im Mittelpunkt für weitere Reduktionen der Treibhausgas-Emissionen auf Gut Hülsenberg. Aber auch pflanzenbauliche Maßnahmen werden näher betrachtet. So trägt die Humusbilanz ebenfalls einen wichtigen Anteil zur Klimabilanz bei. Durch Untersaaten im Maisanbau kann die Humusbilanz beispielsweise deutlich verbessert werden.

Die allgemeine wirtschaftliche Lage tierhaltender Betriebe schränkt die Umsetzbarkeit klimaschonender Maßnahmen oftmals ein. Dennoch unterstützen transparente Klimabilanzen die Kommunikation landwirtschaftlicher Betriebe mit Politik, Verbrauchern und dem Handel.