Verleihung Förderpreis 2017

19.10.2017 -


Die H. Wilhelm Schaumann Stiftung verleiht im zweijährigen Turnus Förderpreise an junge Wissenschaftler für herausragende Leistungen. Für das Jahr 2015/2016 wurde am 20. September 2017 im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Tierzuchtwissenschaften und der Deutschen Gesellschaft für Züchtungskunde jeweils ein Förderpreis in Höhe von 10.000 € an Juniorprof. Dr. Uta Dickhöfer (Hohenheim) und an Prof. Dr. rer. nat. Hubert Pausch (Zürich) verliehen.

 

Uta Dickhöfer absolvierte nach dem Abitur und einjährigem Praktikum beim Naturschutzzentrum - Biologische Station - Hochsauerlandkreis das Studium Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung an der Fachhochschule Nürtingen mit dem Abschluss Dipl.-Ing. (FH). Darauf folgten eine Zusatzausbildung an der Fernuniversität Hagen im Bereich Umweltwissenschaften und das Masterstudium International Ecological Agriculture an der Universität Kassel. Im Mittelpunkt der Masterarbeit standen Aspekte der Ernährung und der Ökologie der Ziegenhaltung in Gebirgsoasen des Omans.

 

2009 promovierte Uta Dickhöfer mit dem Thema: Tradition und Transformation – Steps towards a sustainable goat husbandry in mountain oasesof Oman. Nach der Promotion ging sie als PostDoc an das Institut für Tierernährung und Stoffwechselphysiologie der Christian-Albrechts-Universität Kiel. 2012 erfolgte der Wechsel an die Universität Hohenheim in das Institut für Tropische Agrarwissenschaften.

 

In den Jahren 2009 bis 2016 arbeitete Uta Dickhöfer an den produktionstechnischen und ökologischen Aspekten von Tierhaltungssystemen, wobei die Wiederkäuer im Vordergrund standen. Diese Arbeiten mündeten in eine Habilitationsschrift und der positiven Evaluierung als Juniorprofessorin. In dem DFG-Projekt ging es um die Nutzung der einzigartigen Fähigkeit von Wiederkäuern, faserreiche Biomasse mit Hilfe von Mikroorganismen in den Vormägen in absorbierbare Nährstoffe umzuwandeln.

 

Uta Dickhöfer beweist mit ihren international hoch angesehen Arbeiten ein breites Spektrum an wissenschaftlicher Kompetenz auf dem Gebiet der Tierernährung und Weidewirtschaft (30 sehr gut zitierte Originalpublikationen). Die Themen erstrecken sich von angewandten Aspekten der Fütterungspraxis bis zu methodisch anspruchsvollen und tierexperimentell sehr aufwändigen Versuchen zu ernährungsphysiologischen Fragestellungen. Dabei wird das Nutztier in seiner Gesamtheit und dessen Einbindung in die unmittelbare Umwelt betrachtet.

 

Hubert Pausch studierte nach dem Abitur in 2004 an der TU München Agrarwissenschaften. Den Master im Fach Landnutzung  schloss er mit Auszeichnung ab. Unmittelbar im Anschluss begann er mit seiner Doktorarbeit am Lehrstuhl für Tierzucht der TU München und wurde 2013 mit „summa cum laude“ promoviert (Thema: Genom-wide analysis of complex traits in cattle). Bereits 2011 publizierte er in der renommierten Zeitschrift Genetics, 2012 und 2013 folgten jeweils drei weitere Publikationen. Seine genomweiten Assoziationsstudien mit sorgfältiger Kontrolle von Populationsstratifikation setzten Standards.

 

Nach seiner Promotion übernahm Hubert Pausch eine Assistenten-Stelle am Lehrstuhl für Tierzucht und war wissenschaftlicher Koordinator der Genotypisierungsplattform. Hubert Pausch machte bahnbrechende Entdeckungen mit massiven Auswirkungen auf die Tierzucht: Durch die konsequente Analyse von Sequenzdaten konnte er Schad-Allele identifizieren, die im homozygoten Zustand nicht nur das Tierwohl beeinträchtigen, sondern auch beträchtliche ökonomische Folgen nach sich ziehen. Besonders erwähnenswert ist dabei die Entdeckung eines Gendefektes, der zur Unfruchtbarkeit von Bullen führt. Sämtliche Bullen der Fleckviehrasse werden nun vor ihrem Einsatz mit dem von Hubert Pausch entwickelten Test untersucht. So kann ausgeschlossen werden, dass unfruchtbare Bullen in großem Ausmaß zu erfolglosen Besamungen und dadurch zu beträchtlichen wirtschaftlichen Einbußen führen.

 

Nach einem DFG-finanziertem PostDoc-Stipendium Department of Economic Development in Bundoora (Australien) trat Hubert Pausch zum 1. Mai 2017 die Professur für Tiergenomik an der ETH Zürich an und arbeitet an seiner Vision der personalisierten Tierzucht.

 

Hubert Pausch kombiniert aufgrund seiner bäuerlichen Herkunft sehr gute Kenntnisse der praktischen Landwirtschaft mit Biowissenschaft auf höchstem Niveau. Er ist im Umgang mit sehr großen Datensätzen, die sich aus der Re-Sequenzierung von individuellen Tieren ergeben, virtuos. Er genießt in der internationalen Gemeinschaft von Tierzüchtern und Genomikern bereits ein für sein Alter außerordentliches Renommee. Die Publikationsleistung von Hubert Pausch ist einzigartig: In nur sieben Jahren wissenschaftlicher Tätigkeit erarbeitete er sich einen Hirsch-Faktor von 14. 32 seiner Publikationen sind bereits 692 mal zitiert worden.

Kuratorium und Vorstand der H. Wilhelm Schaumann Stiftung gratulieren den beiden Preisträgern sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und wünschen persönlich und beruflich Erfolg.

 

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Prof. Ernst Kalm, Vorstandsvorsitzender der H. Wilhelm Schaumann Stiftung (li.), und Dr. Wilhelm Weisthoff, Vorsitzender des Kuratoriums (re.), mit den Förderpreisträgern Juniorprof. Uta Dickhöfer und Prof. Hubert Pausch

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