Die neuen GfE-Versorgungsempfehlungen für Milchkühe 2023 – Was Sie jetzt wissen müssen

Mit den neuen Versorgungsempfehlungen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) wurden die Grundlagen für die Bewertung der Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen überarbeitet. Die neuen Modelle berücksichtigen zusätzliche Einflussgrößen und ermöglichen dadurch eine differenziertere Beurteilung von Rationen.
Unser Fütterungsmanagementsystem Cow-how milk ermöglicht die Rationsberechnung auf Basis der neuen GfE-Empfehlungen und berücksichtigt dabei die zusätzlich eingeführten Parameter wie beispielsweise Körpergewicht und Tageszunahmen.
Was ist neu? – Die wichtigsten Änderungen im Überblick
1. Neue Proteinbewertung: sidP statt nXP
Bisher wurde die Proteinversorgung über das nutzbare Rohprotein am Dünndarm (nXP) bewertet. Dieser Wert war für jedes Futtermittel festgelegt und berücksichtigte Unterschiede in der Verdaulichkeit oder Passagerate nur eingeschränkt. Mit dem neuen Bewertungssystem wird künftig das dünndarmverdauliche Protein (sidP, small intestine digestible protein) verwendet. Dadurch können Futtermittel und Rationen differenzierter bewertet und die Proteinversorgung der Kuh genauer beurteilt werden.
2. Neue Energiebewertung mit MJ ME (Milchkuh)
Auch die Energiebewertung hat sich geändert. Während bisher die Netto-Energie-Laktation (MJ NEL) im Mittelpunkt stand, erfolgt die Bewertung nun auf Basis der umsetzbaren Energie (Metabolizable Energy) MJ ME (Milchkuh). Dies ermöglicht eine modernisierte Bewertung der Energiebereitstellung aus den Futtermitteln und schafft die Grundlage für eine noch präzisere Rationsberechnung.
3. Neue Kennzahl RMD
Neu ist auch die Kennzahl „Ruminaler mikrobieller N-Saldo“ (RMD). Sie löst die bisherige Größe Ruminale N-Bilanz (RNB) ab und bewertet die Stickstoffversorgung der Mikroben im Pansen der Milchkuh.
4. Neue Kennzahl OMD
Die Verdaulichkeit der organischen Masse (OMD) ist ein wichtiger Bestandteil des neuen Bewertungssystems. Sie beschreibt den Anteil der organischen Substanz eines Futtermittels, der von der Kuh verdaut werden kann. Damit liefert die OMD wertvolle Informationen zur Grundfutterqualität und bildet eine wichtige Grundlage für die Berechnung des Energiegehaltes von Rationen.
5. Anpassungen bei Mineralstoffen und Vitaminen
Neben den Änderungen bei der Energie- und Proteinbewertung wurden auch die Empfehlungen für einzelne Mineralstoffe und Vitamine überarbeitet. Im Fokus stehen dabei die Versorgung mit Phosphor sowie die Bedarfswerte für Vitamin D₃ und Vitamin E (s. Darst.)

Die Umsetzung der neuen GfE-Empfehlungen bei SCHAUMANN
Diese Anpassungen sind bereits in unseren Mineralfutterkonzepten berücksichtigt. Unsere Mineralfutterrezepturen entsprechen damit den aktuellen GfE-Empfehlungen und unterstützen eine bedarfsgerechte Versorgung von Milchkühen, Rindern und Mastrindern nach dem neuesten Stand der Wissenschaft. So können Betriebe sicher sein, dass ihre Mineralstoff- und Vitaminversorgung auch unter den neuen Bewertungssystemen optimal auf die Anforderungen leistungsstarker Rinder abgestimmt ist.
Aktualisierte Futteranalysen und Futteratteste in der ISF GmbH
Auch in der ISF GmbH wurde die Analytik Ihrer Futtermittel an die neuen Versorgungsempfehlungen angepasst. Die neuen Parameter sind dort bereits umfassend implementiert und getestet worden. Auf den aktuellen Futterattesten werden daher sowohl die bisherigen als auch die neuen Kennzahlen ausgewiesen. So können Sie Ihre Rationsbestandteile transparent, nachvollziehbar und wissenschaftlich fundiert bewerten.
Erweiterte Datenbasis im Cow-how milk
Die neuen GfE-Parameter sind bereits vollständig in unser digitales Fütterungsmanagementsystem Cow-how milk integriert. Dadurch können Rationen sowohl nach dem bisherigen als auch nach dem neuen Bewertungssystem berechnet und direkt miteinander verglichen werden.
So schaffen wir bereits heute die Voraussetzungen, um die neuen GfE-Empfehlungen zukünftig gezielt in Beratung und Rationsgestaltung einzusetzen.
Ihre Vorteile mit den neuen GfE-Empfehlungen
Die neuen Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung von Milchkühen (GfE 2023) ermöglichen eine differenziertere Bewertung der Energie- und Proteinversorgung von Milchkühen. Durch die Berücksichtigung zusätzlicher Einflussgrößen können Futter und Rationen künftig noch gezielter beurteilt werden.
Unsere Mineralfutterrezepturen, Futteranalysen und digitalen Beratungstools sind bereits an die neuen Empfehlungen angepasst. Gerne unterstützen Sie unsere Fachberaterinnen und Fachberater bei der Einordnung und Umsetzung der neuen GfE-Empfehlungen in Ihrem Betrieb. Ihre:n zuständige Ansprechpartner:in finden Sie bequem durch die Eingabe Ihres Ortes oder Postleitzahl im Suchfeld unterhalb.
