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Coronavirus

Coronavirus: Erkrankt als Landwirt – SCHAUMANN-Kundenbestellungen gesichert

Die Corona-Infektionen breiten sich aus. Viele Landwirte stellen sich die Frage, was passiert, wenn sie selber oder ein Mitglied aus der Familie betroffen ist. Dürfen die Tiere weiter versorgt werden? Darf ich meine Produkte weiterhin normal vermarkten und wird meine Milch noch abgeholt.
Auch die FDP stellt sich diese Fragen und hat diese an die Bundesregierung gerichtet:

  1. Gewährleistet sei, dass von eventuellen Ausgangssperren und Abriegelungen von Ortschaften betroffene Landwirte ihre Tiere versorgen und ihre Felder bewirtschaften dürfen?
  2. Und wie die Bundesregierung dies gegebenenfalls sicherstellen wolle?

Die Bundesregierung erklärt dazu folgendes:

  1. Es obliege grundsätzlich dem Tierhalter, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zur Sicherstellung der artgemäßen Unterbringung, Überwachung, Fütterung und Pflege auch in Ausnahmesituationen zu treffen. Sei beispielsweise der Landwirt selbst erkrankt oder behördlicherseits unter Quarantäne gestellt, bestehe die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Betriebshilfe oder – im Falle der eigenen Erkrankung – der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG).
  2. Über die Umsetzung und Vorgehensweise bei eventuellen Ausgangssperren und Abriegelungen von Ortschaften entscheide im Einzelfall die örtlich zuständige Behörde unter Beachtung des Infektionsschutzgesetzes.

Schutzmaßnahmen wie bei einer Influenzaepidemie

Bislang sind sich die Experten einig, dass das SARS-CoV-2-Virus nicht über Lebensmittel übertragen wird. Laut des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) kein Fall bekannt, indem das Coronavirus über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel verbreitet wurde. Allerdings kann das Virus auf den Verpackungen und anderen Oberflächen anhaften.

Für Hofläden und den Lebensmitteleinzelhandel gilt, dass die Hygienemaßnahmen, die gegen Influenza empfohlen werden, konsequent angewendet werden sollen. Nach Möglichkeit soll zum Beispiel der Abstand zum Kunden von mindestens einem Meter eingehalten werden.

Und das Wichtigste: Wer krank ist, soll zu Hause bleiben und sich auskurieren bis die Gesundheit wieder voll hergestellt ist und keine anderen Personen mehr angesteckt werden können.

Coronavirus: Gesundheitsämter sind gefragt

Die SVLFG antwortet auf eine Anfrage von agrarheute, dass Fragen wie die der Milchabholung über die Gesundheitsämter zu klären seien. Auf ihrer Website veröffentlicht die Sozialversicherung jedoch auch Tipps, wie Landwirte sich vor einer Corona-Infektion schützen sollten und wie der Verlauf bei Infektionsverdacht sowie die Meldekette funktioniert.

Zudem stellt die SVLFG eine Betriebsanweisung mit Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln im Corona-Fall zur Verfügung. Diese finden Sie auch auf dieser Seite zum Download.

FLI: Coronavirus stellt keine Gefahr für Nutztiere dar

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) informiert über die Rolle von Haus- und Nutztieren bei SARS-CoV-2 beziehungsweise Covid-19. Es gäbe keine Hinweise, dass sich Rinder, Schweine oder Hühner mit dem Coronavirus infizieren können. Daher sei auch eine Untersuchung von Schlachttieren auf das Virus zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll.

Bei Schweinen gäbe es mit der epizootischen Virusdiarrhoe (englisch: porcine epidemic diarrhea; PED) zwar eine durch ein Coronavirus ausgelöste Erkrankung. Dieser Erreger stelle aber für den Menschen keine Gefahr dar und sei laut FLI klar von SARS-CoV-2 zu unterscheiden.

Noch ist es nicht möglich zu sagen, ob Nutztiere das Coronavirus weiterverbreiten können. Entsprechende Studien würden aber laufen. Auch gäbe es weiterhin keine wissenschaftlich belegbaren Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen das Coronavirus auf Menschen übertragen können oder umgekehrt.

Die FAQ des FLI finden Sie ebenfalls zum Download auf dieser Seite. 

SCHAUMANN-Kundeninformationen: Kundenbestellungen gesichert

Unsere SCHAUMANN-Werke produzieren im Normalbetrieb weiter und sind nicht von behördlich angeordneten Schließungen betroffen. Auch die Lieferketten, sowohl in der Rohstoffbeschaffung als auch in der Futterauslieferung, sind intakt. Unsere Mitarbeiter sind berechtigt weiterhin unterwegs zu sein, um Waren zuzustellen. Damit diese Situation so bleibt, setzen wir auf einen normalen Geschäftsverlauf. Übermäßige Kundenbestellungen würden die Produktion und Logistik überlasten und eine nachhaltige Belieferung gefährden.

Unsere Mitarbeiter werden bestmöglich geschützt und informiert. Aufgrund der Anordnungen der Bundesregierung sind unsere Mitarbeiter derzeit dazu angehalten, Vor-Ort-Termine auf ein Minimum zu reduzieren und auf einen telefonischen/digitalen Kundenkontakt aufzubauen. Sollte ein persönlicher Kontakt erforderlich sein, werden unsere Mitarbeiter selbstverständlich die Hygienevorschriften sowie den empfohlenen Mindestabstand einhalten.

Das ausführliche Rundschreiben finden Sie auf dieser Seite zum Download.

 

Quellen: agrarheute, SVLFG, FLI, BMEL