Kälber richtig füttern: Den Pansen nicht vergessen


© PennState University

Die Grundlage für ein hohes Leistungspotential von Färsen, Milchkühen und Mastbullen wird bereits im Kälberstall gelegt. Der Fokus liegt hier häufig auf der Tränkeintensität. Bei allen positiven Einflüssen der intensiven Tränke darf die Entwicklung des Pansens jedoch nicht in den Hintergrund geraten.

 

 

Der Energie- und Protein-Bedarf der Kälber geht bereits ab der 3. Lebenswoche über die Werte hinaus, die Tränkemengen von 1 kg Milchaustauscher pro Tier und Tag liefern.

 

Lang-Heu als Kälberfutter ist nicht ausreichend

 

Während man die Tränke früher vor allem mit Lang-Heu ergänzt hat, ist heute bekannt, dass das Kalb aufgrund des noch wenig entwickelten Pansens zu wenige Nährstoffe aus dem Heu aufnehmen kann. Gleichzeitig entwickelt sich der Pansen bei einer Ration aus Milch und Heu nicht so schnell wie bei Einsatz von Kraftfutter (s. Bilder vom Pansen).

Im Laufe der Zeit konnte in zahlreichen Versuchen nachgewiesen werden, dass Kraftfutter die Pansenentwicklung fördert. Vor allem der durch Kraftfuttereinsatz ausgelöste chemische Reiz von Butyrat und Propionat regt das Wachstum der Pansenzotten an (s. Bilder vom Pansen).

 

  

Trocken-TMR für Kälber sichert Versorgung und Pansengesundheit

  

Trotz der positiven Wirkung von Kraftfuttermitteln auf die Zottenentwicklung sind auch beim Kalb die Grundregeln zur Pansengesundheit zu beachten. Eine Ration, die nur aus Kraftfutter und Milch besteht, kann zu Acidosen und Kälberdurchfall führen. Die optimale Ration enthält deshalb eine trockene, kurz gehäckselte Grundfutterkomponente.

Bei der Grundfutterkomponente ist die Aufbereitung entscheidend. In die seit Jahren erfolgreich in Praxisbetrieben eingesetzten Trocken-TMR bzw. Kälber-TMR werden wahlweise Heu, Luzerne oder Stroh als Grundfutterkomponente eingemischt. Dabei handelt es sich um kurz gehäckseltes Gut, das vorzugsweise entstaubt ist.

 

  

Bessere Trog-Hygiene und gesteigerte Futteraufnahme durch Trocken-TMR

  

Durch den hohen TM-Gehalt der Trocken-TMR bilden sich keine Schmierschichten in den Futtertrögen. In Versuchen, zum Beispiel an der FH Bingen, wurde zudem nachgewiesen, dass die Futteraufnahme einer Trocken-TMR für Kälber verglichen mit der separaten Vorlage von Silagen und Kraftfutter deutlich gesteigert war. Entsprechend höher fiel die Zunahme der Kälber aus (s. Versuch).

 

 

Hofeigene Mischung oder Fertigfutter

 

Eine Trocken-TMR können Landwirte im Mischwagen selbst mit Luzerneheu, Energie- und Eiweiß-Komponenten, Melasse sowie dem Mineralfutter KALVICIN PRO CV ATG erstellen. Als Eiweiß-Ergänzer kann auch alternativ der KALVICIN ERGÄNZER 35 NG eingesetzt werden. Eine Stabilisierung mit Säure empfiehlt sich bei einer Lagerung der Mischung über mehre Tage oder Wochen.

Für Betriebe, die ihre TMR nicht selber mischen, ist KALBI TMR ALFA PLUS die optimale Lösung. Die fertige Trocken-TMR mit Luzerneheu, hochwertigen Energie- und Eiweißkomponenten sowie schmackhaftem Waffelmehl und allen notwendigen Mineralstoffen und Vitaminen bietet gleichbleibende Qualität. Der Arbeitsaufwand für das Mischen entfällt.

Aussehen der Pansenzotten bei unterschiedlichen Rationen



Pansenzotten von 6 Wochen alten Kälbern; links: Milch-Heu-Ration; rechts: Milch-Kraftfutter-Ration (PennState University, 2000)

Versuch zur Futteraufnahme bei Einsatz von Trocken-TMR



Trocken-TMR steigert die Futteraufnahme bei Kälbern

Rationsgestaltung Trocken-TMR


Die Trocken-TMR für Kälber besteht zumeist aus der Grundfutterkomponente, hochwertigen Kraftfutterkomponenten sowie Mineralfutter. Ab etwa drei bis vier Wochen wird beste Maissilage hinzugefügt.

 

Optimales Mischungsverhältnis

 

   Anteile (%)

 

Anteile (%)

 Getreide  22  17
 Trockenschnitzel  12  
 Körnermais    15
 Luzerneheu  25  25
 Melasse  6  8
 KALVICIN ERGÄNZER 35 NG    35  35

 

Weitere Informationen zu Rezepturen und zum Einsatz der Mineralstoffmischung für Kälber erhalten Sie von Ihrem Schaumann-Fachberater.

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